| GF00.20-P-2009A | Motorölüberwachung Funktion | 24.10.96 |
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| Allgemeines
Durch den Ölsensor wird der Ölstand ständig überwacht, und die entsprechenden Daten an den Rechner von ASSYST weitergegeben. Ölnachfüllungen werden automatisch erkannt und ergeben einen Bonus, der das Serviceintervall entsprechend verlängert. Ölüberfüllungen oder Ölfehlmengen werden im Display zusammen mit dem Ölkannensymbol angezeigt. Anzeige der Ölfehlmenge auf Maximum erfolgt: auf Fahreranforderung
Anzeige von Warnungen erfolgt: automatisch, frühestens 60 s nach Motorstart und Öltemperatur größer als 60°C: bei Ölüberfüllung: Es erscheint das Ölkannensymbol und die Anzeige "ÖLSTAND ÜBER MAX". Zusätzlich ertönt ein kurzer Warnton. (Bei Fahrzeugen ohne Multifunktionsanzeige erscheint "HI" blinkend.)
bei Ölunterfüllung: Es erscheint das Ölkannensymbol und die Anzeige "ÖLSTAND UNTER MIN". Zusätzlich ertönt ein kurzer Warnton. (Bei Fahrzeugen ohne Multifunktionsanzeige leuchtet die Warnleuchte Ölstand (A1e12) und die Anzeige "-2L" erscheint blinkend.)
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bei Ölminimum: Das Ölkannensymbol und die Anzeige "ÖLSTAND MINIMUM" erscheinen. Zusätzlich ertönt ein kurzer Warnton. (Bei Fahrzeugen ohne Multifunktionsanzeige leuchtet die Warnleuchte Ölstand (A1e12).) automatisch 13 s nach Zündung EIN: wenn kein Öl im Motor ist: Es erscheint das Ölkannensymbol und die Anzeige "ÖLSTAND UNTER MIN". Zusätzlich ertönt ein Warnton. (Bei Fahrzeugen ohne Multifunktionsanzeige leuchtet die Warnleuchte Ölstand (A1e12) und die Anzeige "-2L" blinkend. Zusätzlich ertönt ein kurzer Warnton.)
Die angezeigte Ölfehlmenge wird während der Anzeige nicht mehr verändert. Eine Veränderung des Ölstandes kann also nicht unmittelbar an der Anzeige beobachtet werden. Der neue Ölstand wird erst nach den unten beschriebenen Bedingungen angezeigt. Anzeige der Ölmenge auf Fahreranforderung 10 s nachdem der Startschalter in Stellung "2" gebracht wurde, erscheint der Text "ÖLSTAND ANZEIGEN?"(bei Fahrzeugen ohne Multifunktionsanzeige das Ölkannen- und das Uhrensymbol). Wird während dieser Anzeige die Rückstelltaste des Tageswegstreckenzählers innerhalb einer Sek. 2 mal gedrückt, |
| erscheint bei Ölmangel z.B."1.0L Öl einfüllen" (oder "-1.0L") im Display. Die Anzeige erscheint erst nach Ablauf einer Wartezeit nach Motor AUS. Die Wartezeit ist von der Motoröltemperatur abhängig.
Sie beträgt bei bis 20°C 30 Minuten
ab 60°C 1 Minute
Bei anderen Temperaturen nimmt die Wartezeit entsprechende Zwischenwerte an.
Mögliche Anzeigen sind (Angaben in Klamern beziehen sich auf Fahrzeuge ohne Multifunktionsanzeige.): "ÖLSTAND IN ORDNUNG" ("o.k."),
1.0L, 1.5L, 2L,
"Überfüllung" ("HI"),
"WARTEZEIT EINHALTEN" (Uhrensymbol blinkend und Ölkannensymbol),
"ÖLSTAND ANZEIGEN" (Uhren- und Ölkannensymbol.)
Bei einem Fehler des Ölsensors (Ölstand/Temperatur/Qualität, B40) erscheint frühestens 30 s nach Auftreten des Fehlers das Ölkannensymbol und die Meldung "ÖLSTANDSENSOR DEFEKT". (Bei Fahrzeugen ohne Multifunktionsanzeige leuchtet die Warnleuchte Ölstand (A1e12) entsprechend auf.) Zur Diagnose ist auch das Steuergerät Einspritzsystem (N3) mit dem HHT auszulesen. (Das Kombi-Instrument (A1) erhält die Sensordaten über CAN vom Steuergerät Einspritzsystem (N3)). |
Ölwechsel
Nach jedem Ölwechsel muß ASSYST zurückgesetzt werden. Mit dem Rücksetzen wird die Restlaufstrecke und die Restlaufzeit zurückgesetzt.Das Rücksetzen kann über das Kombi-Instrument oder über den HHT erfolgen. Beim Rücksetzen werden folgende Daten gespeichert: aktueller Kilometerstand auf 100 gerundet,
Summe der Nachfüllmengen im letzten Intervall,
verbliebene Restlaufstrecke,
verbliebene Restlaufzeit,
Produkt der Qualitätsfaktoren,
in 5 Datensätzen die Daten der letzten 5 Rücksetzungen
Diese Daten können nur vom HHT ausgelesen werden! Wird beim Ölwechsel nicht die vorgeschriebene Ölfüllmenge nachgefüllt, verringert sich die (interne) Startlaufstrecke. Nachfüllerkennung Mit dem HHT können die letzten 10 Nachfüllmengen und die entsprechenden Kilometerstände des aktuellen Intervalls abgerufen werden.
Normalerweise wird eine Nachfüllerkennung durch eine Verlängerung der Restlaufstrecke im Kombi-Instrument angezeigt.
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Ölnachfüllungen werden grundsätzlich erst erkannt, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
die Nachfüllmenge beträgt mindestens 1 l
nach einer Ölnachfüllung muß eine Fahrstrecke von mindestens 5 km unter normalen Fahrbedingungen bei einer Öltemperatur von mindestens 60 °C gefahren werden.
Es gibt jedoch Fälle, in welchen die Anzeige der Restlaufstrecke nach einer Ölnachfüllung dennoch unplausibel erscheint; es wird laut Anzeige kein oder nur ein kleiner Bonus erteilt. Das liegt daran, daß die Restlaufstrecke immer nur im Bereich von 15 000 km bis 30 000 km (oder 20 000 km bis 40 000 km beim Motor 668) angezeigt wird, intern aber mit den wirklichen Werten, die auch außerhalb dieses Bereiches liegen können, gerechnet wird. Diese internen Werte können nur mit dem HHT angezeigt werden. |
In den folgenden Diagrammen werden dazu einige
Beispiele aufgezeigt. Dabei stellt die waagrechte (x-)Achse das Serviceintervall und die senkrechte (y-)Achse die Restlaufstrecke jeweils in km dar. Die Anzeige von ASSYST im Kombi-Instrument bewegt sich immer in dem hellen Bereich. Die intern errechnete Restlaufstrecke kann sich aber auch in den beiden dunklen Bereichen befinden. Diese internen Werte können nur mit dem HHT angezeigt werden. Sämtliche Beispiele beziehen sich auf Ottomotoren mit dem Ölsensor. |
| Beispiel 1 :
Beim Ölwechsel wurde genügend Öl nachgefüllt. Das heißt, die Startlaufstrecke beträgt 15 000 km. Nach 10 000 km wird unter normalen Fahrbedingungen (a ) Öl nachgefüllt. Es wird der Bonus (B1) erteilt und angezeigt. Das heißt, beim Aufrufen der Restlaufstrecke wird eine größere Restlaufstrecke angezeigt. (Vorausgesetzt, die obengenannten Bedingungen für ein Erkennen der Nachfüllung sind erfüllt.) Nach weiteren 5 000 km (b) wird wieder Öl nachgefüllt. Auch hier wird ein Bonus (B2) erteilt und angezeigt. Wird jetzt kein Öl mehr nachgefüllt und mit der gleichen Fahrweise weitergefahren, wird so ein Serviceintervall von ca. 24 000 km erreicht. Bei diesem Beispiel verläuft die Kurve vollständig im hellen Bereich des Diagramms, damit werden alle Ölnachfüllungen durch Vergrößerung der Restlaufstrecke angezeigt. |
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| P00.20-0201-06 |
| Beispiel 2:
Beim Ölwechsel wurde die vorgeschriebene Ölmenge eingefüllt. Unter sehr günstigen Fahrbedingungen wird nach 10 000 km Öl nachgefüllt (a). Intern wird der Bonus B1 erteilt, das Serviceintervall wird durch eine größere Restlaufstrecke entsprechend verlängert. Da sich die Kurve jedoch teilweise im schraffierten Bereich befindet, wird zunächst nur der Teil von B1 als Verlängerung der Restlaufstrecke angezeigt, der sich im hellen Bereich befindet. (Vorausgesetzt, die obengenannten Bedingungen für ein Erkennen der Nachfüllung sind erfüllt.) Bei 18 000 km wird nochmals Öl nachgefüllt (b). Vom Bonus B2 wird hier, wegen der Überschreitung des maximalen Serviceintervalls von 30 000 km zunächst keine Verlängerung angezeigt. Das gesamte Serviceintervall beträgt in diesem Fall 30 000 km. Wird ab Punkt b unter ungünstigeren Fahrbedingungen weitergefahren, kann wegen des internen Bonus B2 eventuell auch jetzt noch das maximale Service-intervall von 30 000 km erreicht werden. |
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| P00.20-0204-06 |
| Beispiel 3:
Beim Ölwechsel wurde weniger als die vorgeschriebene Sollfüllmenge eingefüllt. Deswegen ist die Startlaufstrecke kleiner als 15 000 km. Wird nun nach 5 000 km Öl nachgefüllt (a), wird die angezeigte Restlaufstrecke nicht verlängert, da sich die Kurve im schraffierten Bereich bewegt. Der Bonus B1 wird jedoch intern verrechnet und ergibt -unter gleichen oder günstigeren Fahrbedingungen- eine Verlängerung des Serviceintervalls auf etwas über 15 000 km. (Das Serviceintervall von 15 000 km wird jedoch immer erreicht, auch wenn der interne Wert geringer wäre.) |
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| P00.20-0202-06 |
| Beispiel 4:
Nach 5 000 km unter ungünstigen Fahrbedingungen wurde Öl nachgefüllt (a) und die Nachfüllung (Bonus B1) intern erkannt. Jetzt werden zwei Fälle betrachtet: Wird unter gleichen Fahrbedingungen weitergefahren (durchgezogene Linie), wird die angezeigte Restlaufstrecke nicht verlängert, da sich die Kurve im schraffierten Bereich bewegt.Das Serviceintervall beträgt hier dennoch 15 000 km, obwohl der interne Wert kleiner ist. (Die angezeigte Restlaufstrecke kann sich immer nur im hellen Bereich bewegen.) Wird unter günstigeren Fahrbedingungen weitergefahren (punktierte Linie), bewegt sich der Wert der internen Restlaufstrecke langsam in den hellen Bereich. Damit kann das Serviceintervall größer als 15 000 km werden. |
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| P00.20-0203-06 |
| Aktives Service System Übersicht der Anzeigemöglichkeiten | GF00.20-P-0003-04A | ||
| Aktives Service System Technik/Einflußgrößen | GF00.20-P-0003-05A | ||
| Aktives Service System Übersicht Typ/Motor/Sensor/Kombi-Instrument | GF00.20-P-0003-06A | ||
| Aktives Service System (ASSYST) Bedienhinweise, Rücksetzen | GF00.20-P-0003-01A | ||
| Ölsensor Anordnung/Aufgabe/Funktion | GF18.40-P-4111A |